Fachartikel und Forschung

Forschungsförderung der D3G: Inhaltliche Ausrichtung und Antragskriterien

Nach der Satzung (§2) fördert die D3G „gruppenanalytische Forschung und die Weiterentwicklung der theoretischen und praktischen Grundlagen der Gruppenanalyse. Dies geschieht in Auseinandersetzung mit psychoanalytischen, sozialpsychologischen und anderen relevanten Theorien sowie mit Forschungsergebnissen aus weiteren wissenschaftlichen Gebieten.“

1. Inhaltliche Ausrichtung und Schwerpunktsetzung der Forschungsförderung

Die Forschungsförderung der D3G konzentriert sich auf die Initiierung von quantitativ oder qualitativ ausgerichteten Forschungsprojekten, die folgende Bereiche untersuchen:

  1. Praxis und Wirksamkeit gruppenanalytischer Ansätze in stationärer und ambulanter Gruppenpsychotherapie, auch im Vergleich zu anderen Gruppenmethoden und der Einzelpsychotherapie.
  2. Prozessverläufe im Verhältnis von Einzelnen und Gruppen sowie deren Abhängigkeit von Leitungsmerkmalen, Settings und Rahmenbedingungen.
  3. Anwendung gruppenanalytischen Wissens in den Bereichen Soziale Arbeit, Pädagogik, Gesellschaftspolitik und Organisationsentwicklung.
  4. Weiterentwicklung der theoretischen Grundlagen der Gruppenanalyse durch historische Analysen und die Integration neuer Erkenntnisse aus anderen wissenschaftlichen Disziplinen.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Förderung von Nachwuchswissenschaftler:innen. Durch gezielte finanzielle Unterstützung sollen junge Forscher:innen zur Auseinandersetzung mit gruppenanalytisch relevanten Fragestellungen motiviert und bei ihren Projekten begleitet werden.

2. Kriterien für die Vergabe von Forschungsmitteln

Anträge zur Forschungsförderung nimmt der Beirat der D3G für Wissenschaft und Forschung (BWF) entgegen. Der BWF empfiehlt dem Vorstand (VS) der D3G geeignete Forschungsvorhaben zur Entscheidung über die Mittelvergabe. Sollte der Vorstand dieser Empfehlung nicht folgen, entscheidet die nächste Mitgliederversammlung (MV) abschließend über die Vergabe.

Forschungsförderungsanträge (5-10 Seiten) können bis zum 31.12. jedes Jahres beim BWF eingereicht werden. E-Mail: hbrandes.praia@gmail.com. Die Entscheidung über die Mittelvergabe erfolgt spätestens im Rahmen der D3G-Mitgliederversammlung, üblicherweise im Mai.

Die Vergabe der Fördermittel richtet sich nach den im Forschungssektor üblichen Kriterien:

  1. Ist der theoretische Hintergrund und der aktuelle Forschungsstand zum Thema ausreichend dargestellt?
  2. Liegen kohärente und nachvollziehbare Forschungsziele vor, die in einem erkennbaren Zusammenhang mit der Theorie und dem Stand der Forschung stehen?
  3. Besteht ein klarer Zusammenhang zwischen Fragestellung, Hypothesen und den Forschungszielen?
  4. Passen die vorgeschlagenen Forschungsmethoden (quantitativ oder qualitativ; Stichprobengröße; Auswertung) zur Hypothese und den Erwartungen?
  5. Können die gewählten Methoden sinnvoll im Rahmen des Arbeitsprogramms eingesetzt werden?
  6. Stehen die beantragten Mittel in einem angemessenen Verhältnis zum geplanten Arbeitsprogramm?
3. Die Ergebnisse

Die Ergebnisse der Forschungsförderung werden auf den jährlichen BWF-Tagungen vorgestellt und gehen in die Berichterstattung des BWF gegenüber der MV ein.

Fachartikel & Forschung

Die D3G setzt sich für gruppenanalytische Forschung und für die Weiterentwicklung der Grundlagen in Theorie und Praxis der Gruppenanalyse ein. Im Bereich Fachliteratur und Forschung finden Sie daher zum einen Überblick über Publikationen, die sich mit aktuellen Entwicklungen in der Gruppenanalyse und -psychotherapie befassen. Auch die Zeitschrift Gruppenpsychotherapie und Gruppendynamik (GuG) wird vorgestellt. Zum anderen finden Sie in dem Bereich die Kriterien zur Forschungsförderung.  

Neuerscheinung: Gruppenanalyse in Selbstdarstellungen
Herausgeber: Ludger M. Hermanns / Ulrich Schultz-Venrath | 06.09.2024

Dieser Band lässt die Geschichte der auf Siegmund Heinrich Fuchs (S. H. Foulkes) zurückgehenden Gruppenanalyse in den deutschsprachigen Ländern nach dem Zweiten Weltkrieg anhand von 16 aktuellen autobiografischen Berichten wesentlicher Protagonisten und Pionierinnen lebendig werden.

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